Rossmann Drogerie

Warum wurde das Unternehmen für den Schwarzen Freitag, 13. Januar 2017 nominiert?


Drogerie-Mogul Dirk Roßmann rühmt sich
seiner sozialen Verantwortung.
Wie so oft sollen aufgeblasene Spenden-
Aktionen skrupellose Ausbeutung an
Angestellten und Subunternehmern kaschieren.

Rossmann betreibt eine sozial schädliche Unternehmensstrategie. Er bereichert sich auf Kosten von Lohnabhängigen durch:
  • Werkverträge + dubiose Firmenstrukturen
  • Lohndumping
  • Vorantreiben der "Arbeit auf Abruf"
  • Tarifverträge mit gelber Gewerkschaft DHV
Der Gipfel der Heuchelei: Dabei feiert sich die Drogerie-Kette noch als öffentliche Wohltäterin, die Spenden gegen Kinderarmut in Deutschland sammelt ("Die Arche").
 

Obszöner Reichtum

Dirk Roßmanns Reichtum schoss in wenigen Jahren förmlich durch die Decke: Besaß er 2010 noch ein geschätztes Privatvermögen von 600 Mio. €, so wurde er nur drei Jahre später wurde vom Manager-Magazin mit 1,7 Milliarden bewertet. Er lag damit auf Rang 73 der reichsten Deutschen. Im November 2016 schätzte das Wirtschaftsmagazin Forbes Dirk Rossmann & Familie auf 1,9 Mrd. € (Nr. 595 der reichsten Menschen der Erde).

Wie konnte es zu dazu kommen?


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(Vorstand aktion./.arbeitsunrecht e.V.)
email | Tel: 0221.551626

Auslagerung durch Werkverträge

Die Drogeriekette Rossmann ist zu 60 % Eigentum der Rossmann-Familie, 40 % gehört der A.S.Watson Group, die wiederum Teil der CK Hutchison Limited, Hongkong, ist: Die hat 120.000 Beschäftigte weltweit im Bereich Einzelhandel, Energie, Telekommunikation, Getränke, Nahrung, Kosmetik. Motto “happy workplace”.

Der Rossmann-Clan verdient gut mit der Masche: in den Drogeriemärkten der Kette arbeiten neben den Beschäftigten von Rossmann Werkvertragsarbeiter. Die Werkvertragsarbeiter werden von Firmen angeheuert, an denen Rossmann Anteile hält. Die Werkvertragsarbeiter*innen werden schlechter bezahlt als das Stammpersonal und “flexibel eingesetzt”.

Anstatt mehr Personal fest einzustellen, schreibt sich Rossmann selbst Rechnungen. Dirk Rossmann soll laut wikipedia zu den 600 reichsten Menschen weltweit zählen. 2016 ist sein Unternehmen die zweitgrößte deutsche Drogeriemarktkette mit 2.000 Filialen und 29.000 Mitarbeitern in Deutschland, weiterhin ist Rossmann in Ost- und Südosteuropa vertreten.

Rossmann gründete die Instore Solutions Services GmbH ISS, diese schloss mit der gelben Gewerkschaft DHV Tarifverträge ab. ISS war in Wirklichkeit eine Beteiligungsgesellschaft von Rossmann: Rossmann war neben dem Geschäftsführer einziger Gesellschafter.

ISS gründete mit anderen Einzelhandels-Subunternehmern 2010 den Arbeitgeberverband Instore und Logistik ILS. Dessen 50.000 Werkvertragler sind zu 75% Minijobber nach dem Hartz Gesetz I.

Im April 2016 berichtete der Stern über Arbeit auf Abruf und keine festen Stunden von ISS-Beschäftigten, die bei Rossmann Regale einräumen.

Illegale Arbeitnehmerüberlassung?


Hans-Martin Tillack, Reporter,
recherchierte für den Stern zur
Beschäftigung von Subunternehmern
bei Rossmann
 

Der Stern und Report Mainz fanden heraus: Regulär Rossmann-Beschäftigte und Werkvertragler arbeiten teilweise dasselbe, Arbeitsrechtler Prof. Peter Schüren sieht starke Anzeichen für Schein-Werkverträge.

Wir haben Hans-Martin Tillack (rechts im Bild) gefragt, warum er die Nominierung von Rossmann, die auch auf seinen Recherchen für das Magazin Stern fußt, richtig findet : "Ist Dirk Roßmann unter allen deutschen Arbeitgebern ein besonders schlechter? Das kann ich nicht beurteilen. Sicher ist: Er verkauft sich regelmäßig als besonders fürsorglicher Vorzeige-Chef, wird aber diesem Anspruch nicht gerecht. Denn Roßmann setzt auf Tausende von Billiglöhnern eines Subunternehmens. Sie räumen in vielen seiner Drogeriefilialen die Regale ein. Wir haben monatelange recherchiert und mit mehreren dutzenden Menschen gesprochen, die für das Subunterunternehmen arbeiten. Sie klagten über schlechte Bezahlung, teils unwürdige Arbeitsbedingungen und brutalen Druck.
Ist das vorbildlich? Ganz sicher nicht."

Aufgrund von Kritik stellte Rossmann um: Neuerdings hat die Firma promota.de GmbH die Aufgaben der Dumpinglohn-Tochter ISS übernommen. promota.de hat mindestens 2 Tochterfirmen: Tempus und Impuls One, die v.a. für Rossmann Werkvertragler liefern.

Rossmann lobt Promota für seine Tariftreue. Doch der Tarifpartner ist wieder nur die gelbe Schein-Gewerkschaft DHV, deren einzige Existenzberechtigung das Unterlaufen der DGB-Tarife ist. Promota gehört zu 49% wiederum - na wem wohl? Der Familie Rossmann.

Quellen:


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