Rotec Zerspanung GmbH

Warum war der Auto-Zulieferer für den Schwarzen Freitag, 13. Oktober 2017 nominiert?

Die Rotec Zerspanung GmbH ist ein hochqualifizierter Zulieferer für die Auto-Industrie. Er gehört der Heine und Beisswenger Stiftung.  Zu den wichtigsten Abnehmern zählt Mercedes Benz. Die ausgegliederte Tochter-Firma H+B Hightech produziert ein Werkstück, das in schätzungsweise jedem zweiten Diesel-Fahrzeug von Mercedes-Benz verwendet wird.  

Im Württembergischen Hermaringen (Kreis Heidenheim) beschäftigt Rotec rund 150 Mitarbeiter. Das Management beutet die Beschäftigten aus und zermürbt unliebsame Betriebsratsmitglieder mit schmutzigen Methoden. Nachweisbar sind: 


Zerspanung ist ein Sammelbegriff
für Bohren, Drehen, Fräsen und Schleifen.
Es geht um die hoch präzise industrielle
Fertigung meist metallischer Werkstücke.
Mehr dazu auf wikipedia

  • Union Busting
  • Behinderung der Betriebsratsarbeit
  • Zermürbung des Betriebsrats
  • Tariflosigkeit
  • Erpressung der Belegschaft mit Schließungsdrohung

Hintergrund des Konflikts

Der Betriebsrat in Hermaringen widersprach der Produktionsverlagerung des wichtigsten Werkstücks der Rotec GmbH in das benachbarte Adelmannsfelden. Es galt als Lebensvesicherung der Rotec Zerspanung GmbH.

Die Heine + Beisswenger Stiftung baute den konkurrierende Produktionsbetrieb in Adelmannsfelden offensichtlich zum dem einzigen Zweck auf, die Stammbelegschaft in Hermaringen unter Druck zu setzen und ihren Betrieb auszutrocknen. Der Betriebsrat widersprach außerdem dem Einsatz von Leiharbeitern.

Konfliktverlauf

Die Arbeit des 2014 gewählten Betriebsrats wurde massiv hintertrieben. Der Betriebsratsvorsitzende Michael P. wurde zig mal abgemahnt und zwei Mal gekündigt. Michael P. erhält seit 14 Monaten kein Gehalt, per Hausverbot wird sein Kontakt zu den Mitarbeitern erschwert.

Vom 2014 gewählten siebenköpfigen Gremium (mit Ersatzmitgliedern 15 gewählte Personen) blieben nach 18-monatiger Amtszeit aufgrund von Mobbing und Schikane nur noch fünf Mitglieder übrig. Daher waren Neuwahlen nötig: Im Mai 2016 gelang es der Geschäftsführung aufgrund massiven Drucks, eine management-freundliche Betriebsratsmehrheit zu installieren.

Unregelmäßigkeiten bei der Wahl einer gelben BR-Mehrheit

Die gelbe Mehrheit des neuen Betriebsrats stimmte der Kündigung des früheren Betriebsratsvorsitzenden zu. Laut Kommentar auf arbeitsunrecht.de kam es bei der Vorbereitung der erzwungenen Neuwahl zu so erheblichen Unregelmäßigkeiten, dass die Wahl erfolgreich angefochten werden konnte. Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Michael P. war allerdings per Hausverbot ausgeschlossen, auch aktuell ist der Betriebsrat fest in Arbeitgeber-Hand.

Ausbeutung und Schikanen


Werkhalle mit Drehern zu Beginn der
industriellen Revolution 1849 bei Maffei.

Die Belegschaft der Produktion klagt über untertarifliche Bezahlung, sowie willkürliche und intransparente Verteilung der Gehälter. In der Heidenheimer Zeitung ist die Rede von Mobbing, Bestechungsversuchen und einem insgesamt sehr rüden bis rassistischen Ton. (Heidenheimer Zeitung 05.12.2014, 14.03.2015 und 05.08.2015)

Beide Kündigungen des Betriebsratsvorsitzenden wurden vom Arbeitsgericht Stuttgart am 09. März 2017 für ungültig erklärt. Abmahungen müssen teils aus der Personalakte entfernt werden. Michael P. ist zu den alten Konditionen weiter zu beschäftigen und zu bezahlen.

Gegen dieses Urteil hat Rotec Berufung eingelegt. Dem ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden wurde eine Abfindung angeboten. Das Hausverbot besteht fort. Das Verfahren am Landesarbeitsgericht steht noch aus.

Nötigung durch Missbrauch der wirtschaftlichen Macht

Das Management verlagerte Aufträge an die eigene Tochterfirma H+B Hightech GmbH im 60 km entfernten Adelmannfeld und setzte die Belegschaft in Hermaringen mit der gezielt geschürten Angst vor Schließung des Standorts unter Druck. (arbeitsnunrecht.de, 24.03.2015)


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Hintergrund

Rotec ist ein sog. "Tier1 Zulieferer" der deutschen Auto- und Metall-Industrie. Das Unternehmen beliefert in der zersplitterten Produktionslandschaft der "optimierten Wertschöpfungskette" nach eigenen Angaben "namhafte OEM's" (Original Equipment Manufacturer, deutsch: Erstausrüster). Das bedeutet bekannte Marken wie Mercedes Benz, ZF Getriebe, Thyssen Krupp und Magna Powertrain bringen Rotec-Teile unter ihrem eigenen Label in den Handel (de.wikipedia.org).

Heine + Beisswenger, zu deren Konsortium Rotec Zerspanung gehört, ist der alleinige Aluminium-Lieferant für die Produktion von Mercedes im Stuttgarter Raum. Heine + Beisswengeren war zunächst nur ein Stahlhändler. Erst 2011 kam die Rotec GmbH als Produktionsbetrieb von Drehteilen hinzu.

Staatlich geförderte Steuerflucht durch eine Stiftung

Rotec in Hermaringen gehört zur Heine + Beisswenger Stiftung + Co.KG, deren persönlich haftender Gesellschafter die Ferdinand Heine Stiftung ist (Vorsitzende Matthias Heine, Robert Heine, Andreas Willer, Dr. Michael Kässberger). Heine + Beisswenger macht laut Wikipedia 236 Millionen Umsatz.

Heine + Beisswenger beschäftigen laut eigenen Angaben an diversen Standorten über 550 Beschäftgte, Rotec in Hermaringen hat rund 150 Mitarbeiter.

Union Busting + juristische Nachstellungen

Die juristische Umsetzung der Betriebsratsbekämpfung übernimmt die Kanzlei Thümmel, Schütze & Partner aus Stuttgart, federführend trat Rechtsanwalt Fabian Walderich hervor.

Aktionsideen / Einladung zum Workshop am 23.September 2017:

Vor Mercedes-Benz-Autohäusern stehen und Flugblätter verteilen? Das ist gut und richtig, aber vielleicht fallen uns noch phantasievollere Aktionen zu Thema Rotec ein.

Wir laden deshalb am 23.09.2017 zum Workshop mit einem Aktionstrainer ein, um mit ihm zusammen überraschende, witzige und für das Management schmerzliche Soliaritäts- und Protestaktionen zu erarbeiten.

Aktivisten, die am Freitag, dem 13.10.2017 dabei sein wollen, können sich schon jetzt anmelden. Zeit: Samstag, 23.09.2017, 12.00 - 17.00 Uhr Ort: Köln, Innenstadt Anmeldung: formlose Mail an aktion(at)arbeitsunrecht.de


Schwarzer Freitag, 13. Oktober 2017! Hier geht es >> zur Abstimmung