Toys "R" Us

Warum wurde das Unternehmen für den Schwarzen Freitag am 13. Mai 2016 nominiert?

65 Filialen in Deutschland eine schöne Vorlage für einen bundesweiten Aktionstag (Bild Wikicommons, Urheber Andreas Praefcke)e
65 Filialen in Deutschland: eine schöne Vorlage
für einen bundesweiten Aktionstag
(Bild: Wikicommons, Urheber: Andreas Praefcke)
 

Die Beschäftigten von Toys "R" Us streiken seit 2015 für einen Tarifvertrag des Einzelhandels. Beschäftigte verdienen bei Toys "R" Us aktuell nur wenig mehr als den Mindestlohn und arbeiten unfreiwillig oft nur in Teilzeit. Ein Tarifvertrag brächte Ihnen unter anderem einen verbindlichen Anspruch auf günstigere Regelungen zu Arbeitszeiten, Urlaub und diverse Zuschläge. (verdi 08.06.2015)

Streikbrecher-Prämie und Maßregelungen

Doch lieber zahlt das Unternehmen Streikbrechern eine Prämie von 200,- Euro. Sechs Streikende aus Braunschweig erhielten für die Teilnahme am Streik Abmahnungen. Für den Wiederholungsfall droht das Unternehmen mit Kündigung (Attackiert Toys "R" Us streikende Mitarbeiter?).

Schon 2013 berichteten wir in den Frontberichten über einen Fall bei Toys "R" Us in Heilbronn, wo eine unliebsame Betriebsrätin mit eine Welle von sechs Abmahnungen und durch ein Amtsenthebungsverfahren zermürbt werden sollte. Sie war außerdem massivem Bossing, Mobbing und Bespietzlungen ausgesetzt und wurde als Verkäuferin zur Putzfrau degradiert.

Belegschaften im Würgegriff von Finanz-Investoren

Finanz-Hai Henry Kravis
Der KKR-Manager Henry Kravis besitzt laut Forbes-Ranking
2015 ca. 4,8 Mrd. US-Dollar. Er nahm laut der Tageszeitung
The Telegraph 2015 an der 63. Konferenz des transatlantischen
Elite-Netzwerks Bilderberg teil.

Die Aggressivität der Spielwaren-Kette dürfte auch durch ihre Besitzverhältnisse erklärbar sein: Sie gehört zu gleichen Teilen den Finanz-Investoren von Bain Capital, Vornado Realty Trust und der berücktigten Heuschrecke KKR (Kohlberg Kravis Roberts & Co.). Beschäftige, deren Unternehmen von KKR übernommen wurden, haben für gewöhnlich nicht viel zu lachen. So berichteten wir am 22.1.2013 über die gezielte Verhinderung einer Betriebsratsgründung bei A.T.U. (Autoteile Unger).

Zum Beispiel WMF

Auch die Belegschaft des Traditionsunternehmens WMF kann ein Lied von KKR singen. Kurz nach der Übernahme wurden 400 Arbeitplätze vernichtet. Die Schwäbische Zeitung schrieb am 26. Juni 2014: "Der WMF-Konzern will Hunderte Stellen abbauen. Nicht, weil es dringend nötig ist. Dem Unternehmen geht es glänzend. Gekürzt wird, weil die Bilanz noch heller strahlen soll. In Geislingen, dem Firmensitz, wetzt die ganze Stadt die Messer – und betet."

Im April 2016 verdichten sich laut dem Fachblatt food service Gerüchte, dass WMF an chinesische Investoren verkauft werden soll. 


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Kommentare

Auch ToysRus Mitarbeiter haben es verdient unter fairen Arbeitskonditionen zu arbeiten und so zu verdienen, dass sie davon leben können! Vor Altersarmut sollte ein Arbeitnehmer schonmal gar nicht Angst haben müssen! TarifRus!

Ein würdiger Kandidat.
Das Unternehmen beschäftigt über 80% der Mitarbeiter in Teilzeit, und dies zum großen Teil nur knapp über dem Mindestlohn. Auch Mitarbeiter die 10 Jahre und länger für Toys R Us täglich gute Arbeit leisten, verdienen ein so geringes Gehalt das sie monatlich zum Aufstocken aufs Amt gehen müssen!
Altersarmut ist vorprogrammiert und die Mitarbeiter des Unternehmens, das so viele Kinderaugen zum Strahlen bringt, sind zum Teil selber nicht in der Lage mit ihrem Gehalt eine Familie zu gründen!
2015 gab es einschneidende Rationalisierungsmaßnahmen in der Kölner Hauptverwaltung. Langjährige Mitarbeiter fielen dieser zum Opfer. Einige davon ehemalige Betriebsräte, was für ein Zufall!
Das Unternehmen hat in ihrer Filiale in Braunschweig streikende Mitarbeiter wegen „unentschuldigten Fehlens am Arbeitsplatz“ abgemahnt. So werden bei Toys R Us Beschäftigte unter Druck gesetzt und deren Streikrecht angegriffen!
Im Februar 2015 wurde das Unternehmen von der Gewerkschaft ver.di zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Trotz intensiver Streiks der Mitarbeiter verweigert Toys R Us bis heute, jegliche Gespräche mit der Gewerkschaft.
Wenn das kein heißer Kandidat für den Schwarzen Freitag ist!

Es ist beschämend für das Management eines Unternehmens so unfähig zu sein das die Mitarbeiter nicht anständig bezahlt werden können.
Andere Alternative, die Firmenleitung besitzt weder Sozialkompetenz noch genügend Sozialintelligenz um den Begriff "Soziale Marktwirtschaft" zu begreifen, geschweige denn ein Unternehmen unter diesen Vorgaben führen zu können.

Ich bin am Freitag, den 13.5.16 an/in der Filiale in Berlin- Schönefeld dabei, meine Antwort- Mail an Euch wird ständig als Fehler an mich zurückversandt, deshalb habe ich diesen Weg gewählt. Wir sollten uns keinerlei Illusionen über unsere Klassenfeinde machen, wozu selbstverständlich auch der/die Eigentümer und Kapitalfunktionäre von TOYS R US zählen und diese an allen "Fronten" bekämpfen! Solidarität mit den Beschäftigten dieses Unternehmens, denn betroffen sind gerade Sie, gemeint sind wir Alle, A.Koletzki, Berlin.

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